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DIE NEUE GENERATION KUNSTSAMMLER

25 September 2009 8,522 views No Comment

Independent Collectors

source: Independent Collectors

Ich kann nicht behaupten, dass ich mich mit der Kunst auskenne. Ich kann sagen, dass sie mich manchmal bewegt, manchmal fasziniert und manchmal völlig kalt lässt. Ich habe den lächerlichen Versuch unternommen, den KUNSTMARKT mit Hilfe meiner markenstrategischen schwarz umrandeten Brille zu durchleuchten, um zu verstehen, warum sich dieser Markt so verdammt hartnäckig vor dem digitalen Zeitalter verschließt. Oder sagen wir: sich sehr langsam an dieses heran wagt. Viel habe ich nicht verstanden. Nur, dass es sich mit der Kunst wohl so verhält wie mit allen Märkten, die von einer selbst ernannten ELITE getrieben werden: Gesetze sind solange gültig bis eine neue Generation kommt, die ihnen eine PARALLELWELT entgegensetzt, die irgendwann zu groß ist, um weiterhin ignoriert zu werden.

Independent Collectors ist vielleicht so eine. Ihre Gründer Ulrich Grothe, Christian Schwarm und Uwe Thomas haben sich im letzten Jahr getraut den Austausch unter den Sammlern über Künstler, Ausstellungen, Galerien und Messen auf die Sprünge zu helfen. Ihre Sammler-Community Independent collectors will die Sammler zeitgenössischer Kunst weltweit miteinander vernetzen. Private Kunstsammlungen sollen öffentlich werden. Man zeigt was man hat. Und zwar der ganzen Welt, wenn sie es denn will. Wenn es dabei richtig gut läuft, dann steht die Plattform aber auch für eine NEUE SAMMLERGENERATION, die sich gegenseitig informiert und unterstützt. Die Vision von Independent Collectors folgt also dem Gesetz des Internets, das da heißt: „You are what you share“.

Independet Collectors trägt damit die Parallelwelt einer jungen  Sammlergeneration an die Oberfläche. Tim Ackermamn nennt sie: „Jene jungen Menschen, die im Zuge des letzten Marktbooms begonnen haben, im bescheidenen Rahmen Kunst zu kaufen. Sie müssen sich ihre Nische suchen, Trends früh erkennen und die Händler in mühsamen Gesprächen überzeugen, ihnen ein wichtiges Werk zu überlassen. Da sie für ein Werk im Ausnahmefall einen niedrigen fünfstelligen, keinesfalls jedoch einen sechsstelligen Betrag ausgeben, haben sie es bisher schwerer bei den Galeristen“

Independent collectors

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Künstler wie Parra, die selber Teil dieser Generation sind, fühlen sich ihnen bereits zugehörig und haben kein Problem damit, ihre Kunst auch mit denen zu teilen, die sich ihr auf eine spielerische Art und Weise annähern.

Das ist die eine Seite. Natürlich interessiert es mich brennend wie diese Bewegung von der anderen wahrgenommen wird. Heute Nachmittag treffe ich auf dem berlin talk des Artforum eine feine Runde deutscher Kunstsammler, darunter Erika Hoffmann (Sammlung Hoffmann, Berlin), Christiane zu Salm (Berlin) und Christian Boros (Wuppertal und Berlin). Ich hoffe etwas über ihre Perspektive auf die beiden Sammlergenerationen zu erfahren. Wer mitkommen mag: hier ist das Programm der berlin talks, die noch bis Sonntag laufen.

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