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Das Internet-Manifest der Alpha-Blogger

14 September 2009 4,268 views One Comment

Internet Manifest

Letzte Woche gab es eine Revolution im Internet. 15 Online-Journalisten, darunter Sascha Lobo, Stefan Niggemeier und Mercedes Bunz, haben ein Manifest gegen das von Hubert Burda und seinen Verlegerkollegen ausgerufene Leistungsschutzrecht im Internet entworfen. Kurz gesagt plädiert das Leistungsschutzrecht für Paid Content. Sämtliche redaktionellen Online-Inhalte einschließlich der Überschriften sollen in Zukunft Geld kosten. Wer Qualität lesen will, muss zahlen. Wer hierauf verlinkt, muss zahlen. Wer sie zitiert, muss zahlen. Und das gilt auch für Google.

Die 15 JÜNGER DES INTERNETS haben darauf eine Antwort gefunden, die in 17 Thesen formuliert “wie Journalismus heute funktioniert”.

Die erste These lautet: “Das Internet ist anders”. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln – das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.”

Die vollständigen 17 Thesen sind hier zu lesen.

Was den Autoren in meinen Augen gelingt ist, die sinnlose, weil unproduktive Diskussion Print gegen Online in ein Plädoyer für den QUALITÄTSJOURNALISMUS zu verwandeln. Sie glauben fest an eine Onlinezukunft in der sich Qualität und angemessene Geschäftsmodelle zu deren Entlohnung DURCHSETZEN. Aber eben nicht getrieben von Verlegern und Politikern. Das Internet-Manifest fordert, dass Urheberrechte nicht als Hebel missbraucht werden dürften, um “überholte Distributionsmechanismen abzusichern und sich neuen Vertriebs- und Lizenzmodellen zu verschließen”. Denn: “EIGENTUM VERPFLICHTET.”

Natürlich hat das Intenet-Manifest Wellen geschlagen. 346 KOMMENTARE sind auf der Manifest-Internetseite zu lesen. Noch viele mehr auf den eigenen Seiten der 15 Blogger. Viele davon klingen nach Stacheldraht zwischen den Zähnen. Und es überrascht mich nicht, dass gerade auf den Onlineseiten der Zeitungen extrem Ignorantes und Bösartiges zu lesen ist:

Tagesspiegel.de

source: tagesspiegel.de

Stefan Niggemeier hat gestern auf seinem Blog mit einem „Das Wozu und das Danach“ auf die Kommentarflut reagiert. Hier schreibt er unter anderem:

„Es klingt nach einer Plattitüde, wenn ich auf die Frage, was wir mit diesem „Manifest” eigentlich erreichen wollten, antworte: eine Diskussion anstoßen. Aber genau so ist es. Ich wollte versuchen in der Debatte über die Zukunft des Journalismus einen Widerpart zu verankern, einen Punkt, auf den andere sich beziehen können, wenn wieder einmal von Lobbyisten irgendeine Erklärung in irgendeiner Stadt verabschiedet wird, in der sie zur Rettung des Publizierens auf Papier auffordern statt zur Rettung des Journalismus. Wenn wieder einmal jemand das Internet auf Diebe, Rufmörder, Kinderschänder reduziert. Wenn wieder einmal jemand glaubt, dass man an dem Medium, in dem ein Text veröffentlicht wird, seine Qualität ablesen kann.“

Ich finde das Manifest trotz seiner leicht polemischen Neigung und nicht immer glaubhaften Argumentation wichtig und richtig. Es ist ein fruchtbarer Beitrag für eine INTERNET-REIFE, die wir schon lange leben. Und es läßt zwei Publizismus-Kulturen endlich einmal im Vollkontakt aufeinander CLASHEN. Das Blut gehört wohl dazu und wenn es getrocknet ist, hat der Journalismus vielleicht ein neues Kulturgut inne: alle Kanäle für die Qualität.

Christian Jakubetz der „Neue“ bei BILDblog.de beschreibt auf seinem Blog „JakBlog“ schon mal seine Vision für die Zukunft des Journalismus: GUTE, GROßE GESCHICHTEN.

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One Comment »

  • minou said:

    ah sehr gut geschrieben. hat mir ein bißchen licht in das verwirrende dunkel aus empörten stimen gebracht.

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