Kuchen in Förmchen und Melancholie im Herz

source: kitai berlin
Gestern am frühen Abend brauchte ich dringend eine Pause. Sozusagen für die SEELE. Ich wusste genau, was mir dabei helfen würde Seelchen wieder in Form zu polstern: KUCHEN IN MARMELADENGLÄSCHEN. Dank der Macherin von kitai berlin, die ich heimlich die AMÉLIE der digitalen Welt nenne, bin ich seit kurzem den Gläschenkuchen verfallen und sammle Orte, an denen ich diese genießen kann.

source: café oliv
Ich warf mich also ins Café Oliv und während ich das Küchlein löffelte, hatte ich eines dieser Erlebnisse, das SO BERLIN war und zwar in seiner besten DUNSTIG leichten skurill vertrauten Qualität.

source: tip
Ein junges Paar betrat das Oliv: sie, ein WESEN im weiß getupftem Kleid mit einem eng um die fröstelnden schmalen Schultern geschlungenen Cardigan. Man hätte meinen können, eine Mischung aus der liebreizenden Audrey Hepburn und der tragischen Courtney Love wäre da zur Tür hinein getreten.
Er mit GLÄNZENDER VERLIEBTHEIT in den Augen, fast so zart wie sie, aber defintiv stärker im Leben stehend. Die beiden wirkten als seien sie gerade von einer LAST befreit worden, deren Gefahr zwar nun gebannt, deren Schwere aber immer noch nachwirkte. Leicht erschöpft fütterten sie sich gegenseitig mit Gläschenkuchen und einem Klecks Sahne und nippelten an ihren White Flats wie die Bienen am Honig.
Warum ich das erzähle? Ich war so FASZINIERT von ihr, die neben einer umwerfenden GRAZIE, etwas fast schmerzhaftes SELBSTZERSTÖRERISCHES an sich hatte. Und von ihm, der so voller Hingabe für sie war und von Beschützerinstinkt nur so glühte. Es tat fast weh, die beiden so zu sehen und zu ahnen, dass sie ihm wahrscheinlich bald das HERZ BRECHEN würde, um einige Jahre später zu verstehen, dass er damals das Beste war, was ihr passieren konnte…
Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, dass doch eigentlich jeden Moment diese Spannung durch ein Kichern der beiden und einem fallenden Theatervorhang aufgelöst werden würde. Aber dem war nicht so. Warum ich das erzähle? Ich LIEBE Berlin dafür, dass es einem in manchen Augenblicken diese MELANCHOLIE aufs Herz legt, die so schön zieht und gleichzeitig beflügelt. Dank Dir Städtchen!

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