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Gegenbewegung in Bad Gastein: Freigeister in der Alpenidylle

27 Mai 2009 4,415 views No Comment

Am Freitagnachmittag ist auf den ersten Blick alles ganz klar: Bad Gastein ist ein alter, früher einmal mondäner, Skiort, gelegen an den Hängen eines engen Tales, umgeben von Zweitausendern, die unten Blumenwiesen und oben schneebedeckte Gipfel tragen.

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source: Miramonte

MORBIDER CHARME aus einer vergangenen Epoche der Grand Hotels weht durch die steilen Gassen, nur unterbrochen von bunten Plakaten, die das Almfest Nummer 1111 ankündigen. Und mittendrin ein Kongresszentrum, das so scheusslich penetrant SICHTBETON zur Schau trägt, dass es fast weh tut.

Am Sonntagabend dann hat Bad Gastein zu FLÜSTERN begonnen. Ein neuer Geist umweht die alte Bäderarchitektur. Sichtbeton wird plötzlich zum perfekten Hintergrund für avantgardistische Architektur- und Barprojekte. Grand Hotels zur Kulisse für Filme, die noch gedreht werden wollen. Und Almfeste zu Performances von Künstlern, die hier ihre Sommer verbringen.

GESPONNEN? Eher eine Vision, die von einer kreativen Geistesgemeinschaft heftig gehegt und gepflegt wird. Das Hotel MIRAMONTE ist ihr Basislager und der Parkplatz davor quillt an diesem Wochenende über vor Autos mit URBANITÄT verheißenden Kennzeichen.

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source: Miramonte

Wie ich bereits schrieb, bin ich von den Machern des MIRAMONTE, dem ersten und einzigen Designhotel am Platze letztes Wochenende eingeladen worden. Eingeladen, um zusammen mit einem ILLUSTREN Völkchen aus Berlin, Hamburg, München, Wien und Tokio an einem Tauschgeschäft teilzunehmen: Hirn und FOTOGENE KÖRPER gegen Unterkunft und Verkostung lautete das Losungswort für den Eintritt in ein Wochenende voller Ideen, Eindrücke, Genuss und vor allem voller Menschen mit Herzblut.

Die IDEE hinter dem MIRAMONTE und seinem Schwesterhotel HAUS HIRT klingt durchaus machbar. Vorausgesetzt die beiden Häuser würden in Berlin stehen und SOHOHOUSE oder MÜNZSALON heißen.

Im Zeichen des Wandels

Das neue MIRAMONTE ist ein junges Hotelkonzept für
ein Haus mit Geschichte. Ein Platz für Individualisten
mit Interesse an Design, Kunst und Architektur. Gebaut
um die Jahrhundertwende, erweitert in den 60er Jahren
und angekommen im Jetzt. Charmanter Retrochic mit
modernen Designelementen abseits des Mainstreams.

Unter dem Titel „Hotel-in-Progress“ werden jede Saison
neue Zeichen gesetzt, auf dem Weg zu einer völlig neuen
Hotelkultur.

Ike Ikrath, Hausherr und Architekt aus Wien und seine Frau Evelyn, die Hotelierin aus Bad Gastein, wollen aus ihren Hotels moderne Salons machen und nebenbei ein Zeichen setzen für eine neue HOTELKULTUR.

Mit dem HAUS HIRT, das einst als Salon die geistige Elite einer vergangenen Zeit wie Thomas Mann, Stefan Zweig und Lady Churchill willkommen hieß, fing alles an. Ike und Evelyn wollen einen Spirit kreieren, der das MIRAMONTE und das HAUS HIRT zu kreativen Hot Spots macht und Begegnungen initiiert, die sonst in kosmopoliten Bars und Restaurants stattfinden. Sie wollen keine Hotels erschaffen, sondern URBANE PRIVATHÄUSER für Zeit- und Freigeister. Orte, an denen sich kreative Macher aus weltweit verstreuten Metropolen zusammen finden, um über ihre Musen, Ideen und Visionen zu diskutieren.

Was ihre Gäste mit nach Hause nehmen sollen, sind Inspiration und Kontakte. Zu Menschen, die sie gerne wieder treffen wollen. Sei es als Freund aber auch gern als Geschäftspartner. Entspannung und Erholung werden hier als Botschaft eher leise gespielt, denn, laut Ike, sind sie eh die selbstverständliche Basis des Ganzen.

MATTHIAS HORX hat für die beiden ein Manifest über das moderne HIDEAWAY geschrieben in dem viel von Inspiration, Konzentration und Interaktion die Rede ist. Für ihn sind MIRAMONTE und HAUS HIRT „Hotels für Menschen, die neugierig geblieben sind.” Creative minds sozusagen. “Man fährt hin, um sich Gedanken zu machen. Sich zu erleben. Zu spüren. Und womöglich zu verändern. In denen man Menschen findet, deren Ideen man teilen möchte.“

Klingt nach einer Menge Arbeit. Zumindest für Menschen, für die eine gewisse Regungslosigkeit die ultimative Formel für Erholung ist. Und das meine ich nicht bösartig.

Für Menschen wie mich war dieses Wochenende an dem wir zwischen Gesprächen, Bergsteigen, Fotosessions in HIMMELBETT auf der bunten Wiese und orangefarbenem Spritz den Spirit dieser Hideaway Macher aufsaugen konnten, eine Bestätigung. Es gibt sie, diese KREATIVEN UNTERNEHMER und sie wissen zu begeistern.

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Aber sie erwarten auch etwas von ihren Gästen. Matthias Horx beschreibt das so: „…dass diese etwas zurückgeben von der Energie, mit der sie sich um die äußeren Umstände kümmern. Und zwar auf der GEISTIGEN Ebene: Durch Gespräche. Ideen. Emotionen. Kontakte und Kommunikationen, die mehr sind als nur smalltalk.“

Die HERAUSFORDERUNG jedoch beginnt schon ein Stück weiter vorn. Wie erzählt man den Wunschgästen vom SALONZEITGEIST, der hier beflügeln soll? Und vorallem, wie schafft man die Berührung mit diesem Angebot vor Ort? Wie bringt man die Creative Minds zusammen ohne Gefahr zu laufen, sie mit drögen „Hotelevents“ zu verschrecken?

Ich erinnere mich an diesen Winter, als ich, obwohl ich vom modernen Hideaway Geist wusste, diesen im MIRAMONTE nicht zu fassen bekam.

So wird es auch jetzt den anderen Gästen ergangen sein, die mit großen Augen auf unser wild umher tollendes Grüppchen schauten. Ich habe mich hierüber mit OLAF KROHNE, dem Kommunikationsmann des MIRAMONTE, der u.a. die Bar Hamburg und das Hotel FOX Copenhagen mitaufgebaut hat, unterhalten. Er zeichnete mir ein Bild, das einem, kennt man dieses Team nicht, durchaus kreativ aber KOMPLETT UNREALISTISCH vorkommen könnte: SOMMERRESIDENZEN für urbane Künstler,  Filmscreenings, Musikfestivals, Bespielung des Kongresszentrums mit Bars, See, Ateliers , Salongespräche mit Komponisten, Regisseuren, Autoren und Designern, ein YACHTHAFEN auf dem zukünftigen Stausee, der den Eingang des Gasteiner Tals fluten wird…Klar oder?

Nun habe ich sie aber alle gesehen: die Designer, Architekten, Autoren, Filmproduzenten, Avantgarde Foodkonzeptionisten und Musikmanager, dort an diesem Wochenende.

Friedrich Liechtenstein & Beate (Bar Tausen, Berlin)

Friedrich Liechtenstein & Beate (Bar Tausend, Berlin)

Lampendesignerin ITO MEGUMI und Hausherr IKE

Lampendesignerin ITO MEGUMI und Hausherr IKE

Filmproduzentin MAREN ADE  (Alle Anderen), links

Filmproduzentin Janine Jackowski (Alle Anderen), links

Sie alle sind fasziniert von dieser Idee eine Verbindung zwischen gewaltiger Natur, innovativer Architektur und kreativschaffenden Menschen entstehen zu lassen. Der Geist hat zu flüstern begonnen und wird nicht ruhen, bis zu dem Zeitpunkt an dem wir den tuifly Shuttle nach Salzburg als SPACESHIP in unser Lieblings-Kreativhub mit Alpenflair begreifen.

Ich halte Euch auf dem Laufenden, wie die Einladungen hierzu seitens des MIRAMONTE lauten werden.

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No Comment »

  • Friedrich Liechtenstein said:

    Liebe Miss,
    Bad Gastein war sehr schön. Weiter geht’s.
    Das Hotel: Billy Butlin trifft auf Stalinstadt in der Schweiz 2009.
    Schöne Farben, schöne Grundstimmung, sehr gute Lage.
    Der Ort: “blühen und verdorren ist uns zugleich bewußt”/Gold/”The Future is taken”/Vulkanischer Untergrund/Radioaktivität/Mondänes Leben/Heilung/Verwahrlosung/Glanz und Aufstieg/Weltuntergangsverschwörungen/Glanz/Möglichkeiten/Glanz/Landeplatz für den goldenen Zeppelin/Glanz/Esoterik/Schlaf/Licht/”Glänz,Glänz,Glänz!” (sprich wie: dance, dance, dance und denke das auch)
    Tolle Evelyn und Toller Ike….
    Yours
    F.L.
    PS:Die Adenauer Bocciabahn im Grünen Baum muss bleiben und durch prächtige, farbige Bocciakugeln ergänzt werden.Die Bahnen sollten größer sein und sich stärker an den Bahnen in Adenauers Bocciavilla am Comersee orientieren.
    Das Kongresszentrum ist kein Sarkophag des Zukünftigen.
    Es schläft ein wenig.

  • misscreativeclassy said:

    Lieber Friedrich,
    es war mir ein Vergnügen, Deine Worte zu lesen, die den Geist dort in den Bergen wiederaufleben lassen. Danke. Bis ganz bald!

  • friedrich liechtenstein said:

    Die Filmproduzentin heisst Janine Jackowski..ich bin mir sicher..
    Yours
    F.L.
    Ja, bis bald !

  • GASTGEBER FÜR DIE GENERATION ZEITGEIST – IKE IKRATH, MACHER VON HAUS HIRT UND MIRAMONTE « Miss Creative Classy said:

    [...] Posts Wie sich das moderne Salonleben im Miramonte anfühlt hier Wie wir uns begegnet sind: das erste Mal hier und das zweite Mal [...]

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