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WAS AUF DEM ADC GIPFEL DER KREATIVITÄT GESCHAH – FOLGE EINS

26 April 2009 5,376 views No Comment

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Der Art Directors Club Deutschland ist nicht mehr der Art Directors Club Deutschland. So steht es zumindest im  bunten Programmheft. Weg will der ADC vom “elitären Elfenbeinturm”, weg von der Reduktion auf selbstverliebte Award Shows und hin zu Dialog, Ausbildung und Vernetzung. Der ADC wäre nicht der ADC würde er seinem Imagewechsel nicht auch einen hübschen Namen verpassen: Willkommen zur KREATIVEN REVOLUTION. Willkommen zum ADC Gipfel der Kreativität an einem Freitagmorgen in Berlin.

Okay. Nicht schlecht. Ich bin also gestern Morgen losgegangen, um zu entdecken wie sich Revolution in kreativ anfühlt. Jetzt sitze ich hier mit einem prall gefüllten Säckchen aus Erlebnissen, mit einigen Guten fürs Kröpfchen und den weniger spannenden fürs Töpfchen. Oder war das umgekehrt? Meine Lieblingskernchen zusammengefasst:

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Dominik Veken

Mario Testino

Mario Testino

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Paul Bennett

  • die leicht zooartig anmutende Präsentation der Digital Native Spezies - zum Anfassen
  • eine atemberaubenden Präsentation von Paul Bennett, Managing Partner IDEO zum Thema Thougtless Communication
  • ein super erfrischender Mario Testino
  • einem Dominik Veken, Geschäftsführer und Chefstratege bei Kolle Rebbe Werbeagentur, der den Horizont für eine Zukunft, die den Idealisten gehört, aufspannt
  • und einem horizonterweiternden Interview mit Till Hohmann, Kreativchef
    Memac Ogilvy&Mather Dubai,
    der auszog um die Kreatitvätsbranche nach Dubai und dem Rest Arabiens zu bringen.

Hier ist mein persönlicher Essenzkörner-Mix aus dem WHATWOWWHY des ADC Gipfels der Kreativität:

FOLGE 1: DIGITAL NATIVES IN ECHT


Friedrich von Zitzewitz, Kreativchef bei Plan.Net, präsentierte die kreative Revolution in Form von echten Digital Natives bzw. deren Vorfahren live aus unserer Showbühne. Die Internetgesellschaft zum Anfassen sozusagen. Das Motto „The Revolution will not be televised”, denn sie kommt, ganz klar, aus den digitalen Medien, und hier ist noch gehörig Luft nach oben. Solange Agenturen und Marketingabteilungen das Internet als Kanal anstatt als Kommunikationstool mit zwei Enden begreifen, solange sie auf Buzzwörter wie WEB 2.0 erst dann reagieren, wenn sie schon überstrapaziert auf der digitalen Müllhalde liegen, solange für das Netzt gearbeitet wird anstatt im Netz, solange wird die kreative Revolution wohl verschoben werden müssen. Aber halt, es naht Unterstützung. Warum nicht Phänomene wie z.B. Blogger genauer unter die Lupe nehmen, um durch Anschauungsunterricht zum wahrhaftigen  Teil dieser Internetgesellschaft zu werden? Gesagt getan, Vorhang auf und Applaus für Marlene Duffy:

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Da steht sie, die Pop-Sommelière Deutschlands, welche mit ihrem Videoblog Bottleplot, ziemlich Furore macht. In der Tat verkörpert Marlene Duffy die so zeitgemäße Mischung aus kreativen Unternehmertum, möglich gemacht durch die unglaubliche Durchschlagkraft der digitalen Selbstvermarktung. Heute testen wir mit ihr Weine mit Vögel auf dem Eitkett, erfahren wie sich Kirschen und Rosenblüten zu einem Hauch von Waldaromatik mischen, lachen etwas gezwungen über Friedrich von Zitzewitz, der Glas für Glas hinunterschluckt anstatt es sittsam in den dafür vorgesehen Eimer zu spucken und werden so ganz nebenbei zum Contentlieferant für Bottleplot.

Entertainment Faktor: ♥♥♥, Revolutionsgefühl —-

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Das Highlight der Internetwesen-Show ist dann Jonathan Imme, ein waschechter Digital Native, mit dem ich ein paar Wochen zuvor das Vergnügen hatte ein Büro zu teilen. Jonathan ist Teil der Digital Native Crew von Palomar5 und wird diesen Herbst für die Deutsche Telekom ein Innovationscamp leiten, das Digital Natives aus der ganzen Welt für sechs Wochen zu Themen wie die Jobstrukturen der Zukunft zusammen führen wird. Er erklärt uns heute die Gattung der Digital Natives mit diesem Unterton, den wir selbst drauf haben, wenn wir der Oma aus unserer Lebenswelt berichten.

In Kurz: Das Internet ist für die Digital Natives nicht die zweite, sondern die erste Heimat. Oder wie es später dann auf dem Wirtschaftspanel formuliert werden wird: “Die haben ja nur das Internet”….Digital Natves fühlen keine Bruchstelle mehr zwischen online und offline. Sie redet nicht mehr übers Internet, sie leben es einfach und das vernetzt. Verändern tut das so ziemlich alles: wie man denkt, wie man kommuniziert, wie man arbeitet und wie man lebt. Kollaboration ist kein Schlagwort, sondern Selbstverständlichkeit, Teilen ist das neue Geben und den Unterschied zwischen Arbeiten und dem, was wir früher Freizeit nannten, der ist auch verschwunden. Fragen wie: Warum darf im Pitch immer nur einer gewinnen? Waum arbeiten zwei Agenturen mit großen Ideen nicht einfach zusammen? sind für die Digital Natives kein Ausdruck für Naivität sondern eher für echte Verwunderung.

Die Kreativität der Zukunft wird ohne Zweifel stärker vernetzt und kollaborativ stattfinden. Und das bedeutet: es braucht neue Modelle: was den Erlös aber auch was den Anspruch an Freelancergefühl trotz Festanstallung betrifft.
Entertainment Faktor: ♥♥♥, Revolutionsgefühl ♥♥♥

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