BAD GASTEINER FARBPROJEKT

Dass Bad Gastein morbide ist, das wusste ich bereits. Die alte Bäderarchitektur, die einst das mondäne Leben in den Gasteiner Bergen barg, hat sich mir schon bei meinem ersten Besuch in die Netzhaut gebrannt, so gebannt war ich damals von ihr. Und sie war es auch, die mich hat wiederkommen lassen. In diesen Ort, für den der Begriff SKIORT definitiv ein unpassender wäre. Als ich am Sonntagnachmittag fast ganz allein, durch die steilen Strässchen wandere, ist kein Skischuhgestapfe zu hören, sind keine schreienden Kopfbedeckungen zu sehen (ja genau die mit den Elchöhrchen links und rechts), kein Piz Buin Sonnenöl zu riechen und keine einzige Pommes meets Jagerteeversuchung zu schmecken. Stattdessen begegne ich in diesen zwei Stunden einem Kaleidoskop. Bad Gastein versteht es auf alten Mauern Farben blühen zu lassen, die man erst beim genaueren Hinsehen entdeckt. Ist man soweit, könnte man stundenlang auf Farb-Entdeckungssafari gehen. Aber genug für heute, die Sauna ruft und soll nicht ignoriert werden.




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